Freunde des gesprochenen Wortes,

komplexe Aufgaben setzen sich oft aus vielen Teilbereichen zusammen. Alle haben ihre Wichtigkeit und sollen zum großen Ganzen beitragen. Doch je mehr einzelne “To Dos” anfallen, können diese auch den Blick auf das Wesentliche erschweren. Und im schlimmsten Fall kann die Hauptaufgabe mal ganz hinten runterfallen. Eine Kolumne über unseren Arbeitsauftrag.

“Johannische Christenheit, erkenne Dein Ziel in der Überbrückung der Konfessionen durch die Liebe.” Diesen Kernauftrag hat Joseph Weißenberg seinen Anhängern zur Gründung der heutigen Johannischen Kirche mit auf den Weg gegeben. RUMMS. Das sitzt. Gibt da nicht viel zum falsch Verstehen. Blöd, wenn das Zeugnis nach mehr als 90 Jahren trotzdem einige Defizite aufdeckt. #GeistigeNoten #TryAgain Wir vom Buschfunk haben uns gefragt: Was überbrücken wir eigentlich? Abgesehen von ordentlich Zeit mit gesprochenem Wort und Besserwisserei…

Nun: Die Johannische Kirche ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgesellschaften in Berlin, die sich seit 1947 für Abbau von Vorurteilen gegenüber Religionen und ein friedliches Miteinander einsetzt. #KlingtSuper #GehtDochGutLos Hin und wieder sind Johannische Predigten im Radio zu hören, einige Kirchenhäuser teilen sich Räumlichkeiten mit anderen Glaubensgruppen. Außerdem engagiert sich das Johannische Sozialwerk im karitativen Bereich – natürlich für Menschen aller Religionen und Konfessionen. #Lob #Applaus #LäuftDochEigentlich

Zugegeben, das liest sich grad runter wie glitschiges Öl und diese wichtige Arbeit soll auch gar nicht weggebuttert werden. Mal abgesehen von vielen Einzelaktionen, die Ehrenamtliche tagtäglich noch beisteuern. Heißt aber nicht, dass kein Potenzial mehr da ist – gerade wenn es ums große Ganze geht: Unsere Arche Noah scheint lieber noch länger in einer Pfütze planschen zu wollen, anstatt die Tauben loszuschicken und die freigelegte Welt kennenzulernen. #Badespaß

Beispiel Kirchentag: Was für ein Programm einige hunderte oder tausende Johannes-Christen jedes Jahr auf die Beine stellen, ist beeindruckend. #KiTaWo2020 Beim ganzen Aufwand kann dann manchmal aus den Augen fallen, was mit den vielen Menschen ist, zu denen wir die Brücken bauen wollten: Welche Glaubensfreunde oder-bekannte laden wir ein? Bieten Menschen anderen Glaubens Gastvorträge und Gesprächsrunden an? Wann gehen wir aufeinander zu, wenn Protokolle schreiben, in CC setzen, Chorproben, Auf- und Abbau keine Zeit dazu lassen? #GuteFragen #Dreiklang

Langsam kommen mehr dieser Angebote, wie Vorträge über den johannischen Glauben jedes Jahr zum Start der Kirchentagswoche. Aber wie viele Programmpunkte sind dagegen primär für uns gedacht? Oder anders: Wo beschäftigen wir uns thematisch mal nicht mit uns selbst, sondern mit anderen Glaubensrichtungen? Idealerweise ZUSAMMEN mit den Menschen dieser Glaubensrichtungen?

Es gibt schon einige Menschen, die sich bei uns wohl fühlen. Logisch, sagen wir. Oder erstaunlich, wenn man bedenkt, was für Tauben wir teilweise an ihre Kreuze malen: Los geht’s, wenn wir ohne Erklärung von “Urgemeinde”, “Missionshelfer” und “SfG” reden und nicht darüber nachdenken, dass mein Gegenüber oder Gäste im Raum diese Begriffe nicht verstehen können. Geht weiter mit Befremden, wenn auswärtige Stammtische mal in unseren Häusern stattfinden sollen. Und endet bei Sorgen, dass man bei Liebesbekundigungen vor anderen christlichen Altären vor dem falschen Gott gelandet sein könnte. #HirtUndEineHerde

Ganz ohne Anklage lohnt es sich, immer wieder zu schauen: Wo haben Nicht-Johannis-Christen bei uns Platz? Als Freunde und Glaubensfreunde, in der Verantwortung, einfache Gäste oder auch als Amtsträger. Selbst, wenn sie nicht Kreuz-und-Taube tätowiert haben. Das Potenzial ist riesig, weil die johannische Lehre gibt alles dafür her. Beziehungsweise unser Kernauftrag. Wer überbrücken will, muss in die Welt scheinen, aber auch alte Bräuche ablegen. Nicht auf die Welt warten, sondern auch mal erzählen, warum man den “eigenen Brückenpfeiler” eigentlich ganz geil findet.

Zum Jubiläum von 100 Jahre Friedensstadt Weißenbergs soll dieses Jahr ein “Fest Begegnung” stattfinden, zu dem explizit nochmal ALLE eingeladen sind. Super Idee! Warum eigentlich nur dieses Jahr?

Janosch & Robin
Buschfunk-Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.