Kolumne „Das Ende vom Anfang“

„Das kann doch nicht Dein Ernst sein. Was hast Du Dir dabei gedacht?“ Ich stammele vor mich hin. Es rattert, zischt und pfeift. Lautlos hoffentlich. Nach viel zu kurzer Zeit eröffne ich mein Plädoyer: „Jugend ist…“

…eine Definitionssache? Eine Empfindung und nicht mehr? Ein Altersabschnitt oder ein Gefühl? Oder einfach das perfekte Alibi? In meinem Kopf umkämpfe ich Wort für Wort. Irgendetwas Erklärbares müsste es doch geben. Sogar ich muss mich diesem Thema mal stellen. Ich will schließlich auch mal mit verklärtem Blick von „früher“ oder „damals“ sprechen. Als ich noch jung war.

Aber man wird halt älter – oder reifer? Horizonte verschieben sich und Sehstärken wandern munter durch die Gegend.  Jugend ist aus und vorbei. Mit 25 wie wir wissen. Und nach dem Aufstehen bin ich ein anderer.  Viel erlebt und trotzdem gerade erst ausgebildet, um richtig durchzustarten.  Aus meinen Fehlern gelernt… mal sehen. Aber ist jetzt wirklich alles anders?

Jugend darf sich ausprobieren. Muss sich ausprobieren. Und scheitern, wie gewinnen. Jugend ist flexibel, unverbraucht, dynamisch, kreativ, naiv, motiviert, frisch, mutig, auf der Suche, neugierig und vor allem sexy. Das alles eben bis 25. Danach… na das werden wir jetzt sehen. Ich bin bereit mich vielen neuen Adjektiven in den Weg zu stellen.

Theorie abgeschlossen. Doch nach der Tagung kommt das Leben. Es gibt sie: die Freigeister, Frischdenker und heimlichen Vorbilder, deren Namen man nicht zu sprechen wagt. Die auch mit 68, 54 oder aufwärts ihren jugendlichen Schaffensdrang keinesfalls in der Garderobe abgeben. Die Dampfwalzen der mitwirkenden Ehrenamtlichkeit. Sie zeigen uns, dass zwischen 25 und 75 für den Herrn auch nur ein Wimpernschlag liegt.

Das lässt ja hoffen. Motiviert bin ich ja schon. Motiviert jugendlich zu bleiben. Nicht auf meine Jugendzeit zurückschauen, sondern weiter bauen. Hab eigentlich schon vergessen, was in meiner Jugend war. Ab jetzt wird abgeliefert. Ordentlich. Genauso frisch, naiv und dynamisch wie bisher. Und vor allem sexy.

das ende vom anfang_artikel

Wer seine Jugend  vermisst, hat sich zu früh selbst erzogen. Abgegeben um Erwachsen zu werden.  Doch wenn sie erstmal weg ist, bringen auch bonbonfarbende Haare oder eine Harley Davidson Maschine  sie nicht zurück. Ganz im Gegenteil: was außen dranhängt, kann drinnen nicht sein. Jeder Hobby-Schamane wird dasselbe erzählen.

Drum blicke ich nicht zurück.  Die Zeit war gut und schlecht und kommt vor allem nicht wieder. Wenn Stillstand Rückgang ist, dann ist der Wunsch nach dem Vergangenen wohl ein kompletter Holzweg. Mit allem jugendlichen Leichtsinn und charmanter Selbstüberschätzung geht’s volle Möhre nach vorn. Deshalb bleibe nicht stecken mit deinem Fuß im Aschehaufen, sondern steige mit mir wie ein Phönix aus den Trümmern Deiner Jugend empor.

Janosch, Robin & Dimitri
Buschfunk-Redaktion

One comment on “Kolumne „Das Ende vom Anfang“

  1. der rasenmäher sagt:

    Einfach Geil!!!

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