Kolumne „Motivation in tausend Worten“

Freunde des gesprochenen Wortes,

ja wir wissen es ist Winterpause… Wir können trotzdem nicht unsere Finger vom Mikro oder Schreibblock lassen. Die folgende Kolumne erscheint diese Tage im neuen Gemeindebrief der Gemeinde Gößweinstein. Die herausragende Zusammenarbeit dieser beiden Redaktionen äußert sich so, dass der Buschfunk den Beitrag für den Gemeindebrief verfasst hat, dieser aber auch bei uns online erscheint. Viel Spaß beim Lesen und schaut gerne auch in den Gemeindebrief rein!

Samstag, endlich Wochenende. Der Wecker geht um 7:30 Uhr, wir wollen ja pünktlich zum Arbeitseinsatz da sein. Irgendwas wird ja immer geschafft. Nachmittags noch Planungssitzungen oder letzte Vorbereitungen für morgen…
Sonntag, der Tag des Herrn: Ausschlafen bis acht. 9:30 Uhr Treffen zum gemeinsamen Gebet, danach in die Religions- und Konfirmandengruppen, außerdem stehen Sakrament und Chor stehen. 11 Uhr Gottesdienst. Sollen aber schon 10:45 Uhr im Andachtsraum sitzen. Still. Zum Runterkommen. Nach dem Amen gemeinsames Mittagessen, Kindergruppen und Tagungen. Ein ganz normales Wochenende also. Nach den Tagen des Kraft Tankens dann zurück an die Arbeitsstelle, bis Montagabend, da ist nämlich Chorprobe…

Ja, als eifriger Gläubiger hat man kein leichtes Leben (#Jammertal). Was zu tun gibt es immer. Je kleiner die Kirche, desto mehr Projekte. Eine neue Aufgabe steht an? Da wird das Abwägen zwischen Ja und Nein sagen schnell zum Spießrutenlauf. Faule Nein-Sager haben ein Motivationsproblem, chronische Ja-Sager sind schnell die Deppen. Wir alle pendeln wohl irgendwo dazwischen. Wie sieht es aus mit unserer Motivation?

Nun mancherorts hat diese schon ganz schön gelitten. Das menschliche Aufreiben (manchmal auch Aneinanderreiben) hinterlässt bei jedem Spuren. Besonders wenn Erfolge für uns Menschen nicht immer gleich sichtbar sind. Auch jahrelanges Bemühen hat sich vielleicht nicht so ausgezahlt, wie wir es uns erhoffen. Nerven liegen blank und Enttäuschung macht sich breit. Der Blick in die Zukunft sieht aus mancher Sicht nicht rosiger aus. Da braucht dann nur noch einer kommen und Kritik anbringen und alle Zutaten für eine explosive Frustrationsbombe sind zusammen. Eine Frage schießt in den Kopf: warum tun wir uns den ganzen *Piep* überhaupt an?

Um intelligent zu klingen, flüchten wir uns in die Psychologie: Motivation ergibt sich aus der Erwartung, bestimmte Ziele und Zustände mit dem eigenen Handeln zu erreichen. Je besser die Chancen des Erfolgs, desto höher die Motivation. Die Ziele können dabei von außen her (Lob, Geld, Prestige) oder von innen her (Erfolg, Gestaltung, Beschäftigung) kommen. Auch in der Kirchen- und Gemeindearbeit gilt also für jeden einzelnen: Warum helfe ich mit (oder nicht)? Was ist meine persönliche Motivation?

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Ausreden sind schnell gefunden: keine Zeit, mir hilft ja keiner, ich kann eh nichts bewirken, nicht finanzierbar, ich kann das nicht und das Ganze bringt doch sowieso nichts. Was kann man dem gegenüber stellen? Da müssen auch wir nachdenken. Bei den einen ist es das Pflichtbewusstsein mal “Ja” zum Ganzen gesagt zu haben, bei den anderen vielleicht die Verantwortung die Kirche weitergestalten zu dürfen oder die Begeisterung für’s Werk. Und für manch einen auch nur das Feierabendbier in fröhlicher Gemeinschaft. Kasus Knacktus (für die Deutschlehrer im Publikum) ist aber auch ein gemeinsames Ziel. Ein Ziel, das uns verbindet und so manchen Knatsch am Wegesrand vergessen lässt.

“Das Ziel heißt Überwinden.” Moment, das ist jetzt etwas theoretisch. Und mit der Moral wollen wir schon gar nicht kommen. Aber eine Vision auch für jede Gemeindearbeit, kann hilfreich sein und Motivation schaffen, wo sie manchmal fehlt. Wo wollen wir hin mit Dings? Was ist die Vision für Bumms? Deshalb gilt: Ziele setzen, manchmal auch nur kleine. Und natürlich die Frage: Was ist es mir wert, diese Ziele auch zu erreichen?

Von dem irischen Literaturnobelpreisträger George Bernhard Shaw stammt der folgende Satz: “Man gibt immer den Verhältnissen die Schuld für das, was man hat. Ich glaube nicht an Verhältnisse. Diejenigen, die in der Welt vorankommen, gehen hin und suchen sich die Verhältnisse, die sie wollen. Und wenn sie sie nicht finden können, schaffen sie sie selbst.”

Was hält uns also ab? Zu oft auch noch die Angst etwas falsch zu machen, egal ob sie von uns kommt oder von außen! Dabei ist Angst die schlechteste Motivationshilfe. Neugier, Mut und Begeisterung sind viel bessere Helfer, von einem gesunden Gottvertrauen mal abgesehen. Wir alle haben unsere Talente (ja auch die biblischen, knickknack) mitbekommen. Und wer scheitert, hat es zumindest probiert. Eine Tat statt noch mehr Worte.

Robin & Janosch
Buschfunk-Redaktion

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